Sport-, Physio-, Tanz- und Entspannungstherapien

 

Nach der körperlichen Untersuchung am Anreisetag spricht der Arzt mit Ihnen individuell die für Sie geeigneten sport- und physiotherapeutischen Maßnahmen ab.

 

Sport- und Bewegungstherapie

 

In einem gestuften Trainingsprogramm können Sie in Einzelmaßnahmen und in Gruppen Ihre körperliche Leistungsfähigkeit verbessern, was zu einem direkten Selbstwirksamkeitserleben führt und Vertrauen in die körperliche Leistungsfähigkeit erzeugt. Neben der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit nutzen wir dabei auch den antidepressiven und angstlösenden Effekt eines gezielten Ausdauertrainings.
Insbesondere für deutlich übergewichtige Patienten ist eine schrittweise Belastungssteigerung dringend erforderlich. Deshalb besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ärzten und Sporttherapeuten.
Zu den Gruppenmaßnahmen zählen Frühsport, wobei wir Ihnen verschiedene Leistungsgruppen für die unterschiedlichen Trainingszustände und Anforderungen anbieten, Gruppensport in der Halle und im Freien sowie Ausdauersport, hier vor allem in Form von Nordic Walking. Wenn möglich, führen wir den Gruppensport und das Ausdauertraining vorwiegend im Freien durch. Bei schwierigen Witterungsverhältnissen steht natürlich auch eine Sporthalle zur Verfügung. Unseren multifunktionalen Sportplatz auf dem Klinikgelände können Sie gerne auch zu Sport und Spiel außerhalb der Therapiezeit nutzen.
Wissenschaftlich erwiesen ist insbesondere für eine Gewichtsreduktion und Förderung der körperlichen Kondition eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining. Im Therapiezentrum Bad Kösen, das in der Nähe liegt, können Sie unter Anleitung eines Sporttherapeuten an verschiedenen Trainingsgeräten gezielt einzelne Muskelgruppen aufbauen. 
Des Weiteren stehen Ihnen während der Therapien und auch in der Freizeit Fahrrad- und Laufbandergometer, Sitzfahrrad, Stepper und Ellipsentrainer zur Verfügung.

 

Therapeutisches Jonglieren

 

Jonglieren ist eine Metapher für das Leben und zeigt als Lernmodell, Kompliziertes zu vereinfachen. Mit der Fähigkeit, zu jonglieren, wächst auch die Fähigkeit, physische, geistige und emotionale Schwierigkeiten zu meistern. Der Anfänger trainiert die Konzentrationsfähigkeit. Der Geübte kann durch die rhythmischen Wurf- und Fangbewegungen entspannen. Jonglieren begünstigt die Beweglichkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination und verbessert u. a. Rhythmisierungs-, Gleichgewichts-, Reaktions- und zeitliche sowie räumliche Orientierungsfähigkeit. Es fördert die sensorischen Fähigkeiten, was insbesondere für die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit gilt. Weiterhin steigert Jonglieren die Gehirnleistung. Neben der Synchronisierung beider Gehirnhälften kommt es zu einer Zunahme der grauen Substanz in bestimmten Hirnarealen (vgl. Draganski et al., 2004).
Nach Kiphard (1992) reicht die Indikationsliste von schulischen Lernstörungen über geistige und körperliche Behinderungen, Suchterkrankungen, Alterserkrankungen und Hirnschäden (z. B. nach Schlaganfällen).
Studien deuten an, dass das Jonglieren in der Therapie von Angststörungen (vgl. Nakahara et al., 2007) und bei chronischen Rückenschmerzen (Polzer & Richter, 2012) helfen kann.

 

Physiotherapie

 

In gezielten Einzelmaßnahmen, wie z. B. bei Einzelkrankengymnastik, Massagen, medizinischen Vollbädern oder in Gruppenmaßnahmen, wie der Rückenschule mit rückenstärkenden Übungen, werden spezifische Felder von psychosomatischen und somatischen Indikationen abgedeckt. Diese sollen Ihre körperliche Selbstwahrnehmung und Ihr körperliches Wohlbefinden verbessern und Sie bei einer aktiven gesundheitlichen Prävention unterstützen. Zusätzliche orthopädische oder neurologische Krankheitsbilder können ebenfalls gezielt physiotherapeutisch behandelt und somit gebessert werden.

 

Tanztherapie

 

In der Tanztherapie arbeitet man mit freien, nicht funktionalen Bewegungen meistens zur Musik. Diese Bewegungen dienen als therapeutisches Mittel, um Befindlichkeiten, Bedürfnisse, Gefühle und Verhaltensweisen auszudrücken, wahrzunehmen und zu reflektieren. Der Einsatz von Medien, wie z. B. Tüchern, Stöcken, Seilen etc. ist dann hilfreich.

Die Tanztherapie geht davon aus, dass es ein Körpergedächtnis gibt.

Demnach stehen Bewegungen, Körperhaltungen, Körperausdruck und Gesten in ständiger Verbindung zu unseren Emotionen, dem Unbewussten, dem Atem und unserem Verstand. Auch sind Erfahrungen und Empfindungen mit den Organen und Muskeln vernetzt. So können in der Tanztherapie durch Bewegungen Bereich (z. B. Gefühle) erreicht werden, die oftmals verdrängt oder verschüttet waren. Ziel ist es, sich mit diesen auseinander zusetzen und gegebenenfalls neue Handlungsmöglichkeiten für den Alltag zu suchen.

Durch die Bewegungsanalyse nach Laban und Kestenberg können in der Tanztherapie Patienten schnell analysiert werden. Mittels diesem Analyseergebnis kann mit dem Patienten gearbeitet werden, es können neue Ansätze für eine Handlungs- und Verhaltensänderung herausgearbeitet werden.

 

Entspannungstherapie

 

Die Abfolge von Anspannung und Entspannung ist Teil des normalen biosozialen Rhythmus im menschlichen Leben. Die Fähigkeit zur Entspannung, ausgenommen Lebenssituationen, die ein höheres Anforderungspotential besitzen und damit stresshaft erlebt werden, ist eine wichtige Ressource zur Aufrechterhaltung von körperlicher und psychischer Gesundheit.

In den Entspannungsgruppen erlernen die Patienten die Technik der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobson. Wir haben uns für diese Methode entschieden, da diese im Gegensatz zum Autogenen Training für viele Menschen als leichter handhabbar und besser ins Alltagsleben integrierbar erlebt wird. Zusätzlich bieten wir Autogenes Training und Yoga an.



 
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